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Häufig verarbeitete Lederarten
Je nach Verwendungszweck wird über den Einsatz bestimmter Leder entschieden. Im Schuhbereich finden wir häufig Rindleder für robusteres Schuhwerk, Kalbleder, Lammnappa und Chevreaux (Ziege) für elegante Pumps. Ledermöbel werden meist aus Kalb-, Rind- oder Büffelledern hergestellt. Für Bekleidung werden vor allem Kalbnappa, Lammnappa oder Felle (Haare sind vollständig erhalten) verarbeitet.
Erkennungsmerkmale
Einerseits ist die Erkennung über das unterschiedliche Narbenbild der Leder möglich. Jede Tierart hat eine spezielle Anordnung der Haare. Werden diese Haare entfernt, bleibt eine Struktur an der Oberseite, die im folgenden als NARBENseite bezeichnet wird, mit winzig kleinen Haarlöchern zurück. Oft braucht man zur Betrachtung eine Lupe. Andererseits gibt die Anordnung der Fasern Aufschluss über die Tierart. Dazu muss der Lederquerschnitt unter einem Mikroskop betrachtet werden. Für die anschließende Pflege der Leder ist das Wissen um die Tierart nicht unbedingt erforderlich. Das Erkennen der Lederart spielt jedoch eine entscheidende Rolle.
Porenbilder
Leder, bei denen der Narben als Oberfläche vorliegt, werden als Glattleder bezeichnet. Das Leder kann durchgefärbt und/oder mit einem zusätzlichem farblich zugerichtete Leder sind dabei unempfindlicher als naturbelassene, offenporige Leder.
Anilinleder ist eine traditionelle Bezeichnung für speziell gefärbte Glattleder vom Kalb oder Rind. Das aus Teer gewonnene Anilin wird allerdings schon seit jahrzehnten nicht mehr für Lederfarben verwendet. Die Oberfläche kann matt oder glänzend sein. Das Narbenbild ist in der Regel sichtbar (transparente Farbgebung). Anilinleder werden für hochwertige und edle Straßenschuhe und Pumps verarbeitet. Oftmals werden diese Narben angeschliffen. Dann erhält man das als Nubuk bezeichnete Material. Lamm und Ziege fühlen sich sehr samtig an oder erinnern an Pfirsichhaut. Rindnubuk ist dichter und fester. Mit dem Finger kann man auf dem Leder helle bzw. dunkle Striche erzeugen. Dies resultiert aus der unterschiedlichen Ausrichtung der Fasern und der damit verbundene Reflexion des Lichtes. Schleift der Gerber jedoch die Unterseite (zum Fleisch hin gewandte Seite = Fleischseite) an, so erhält man Veloursleder. Veloursleder ist deutlich langfasiger als Nubuk. Beide Leder sind so genannte Rauleder und werden im Sprachgebrauch fälschlich auch oft als Wildleder bezeichnet. Der Fachmann versteht unter Wildleder jedoch ausschließlich Leder von wilden lebenden Tieren, wie Hirsch, Elch oder Ren.
Lederquerschnitte
Bei Nappaleder handelt es sich nicht um eine spezielle Tierart, sondern vielmehr um einen Sammelbegriff für sehr weiches Leder. Meist werden Kalb- oder Lammleder als Nappaleder verarbeitet. Durch die Gerbung als regelrechte Wissenschaft ist heute sogar möglich, das früher „brettharte“ Schweinsleder (Porc) als Nappa anzubieten.
Als Vorbereitung der Gerbung werden aus der tierischen Haut alle Fettstoffe entfernt. Um nach dem eigentlichen Gerbprozess ein weiches anschmiegsames Leder zu erhalten, werden jedem Leder Fette und Wachse zugeführt. Jedes Leder verfügt also über einen gewissen Anteil an Wachsen, Fetten Ölen. Überschreitet die beigefügte Menge das normale Maß, so erhält man so genannte Fettleder. Als Ergebnis können gefettete/ gewachste Glattleder mit erhaltenen Narben oder auch narbenseitig angeschliffene Fettleder, also Fettnubuk, vorliegen. Letztere werden oft auch als Oilnubuk bezeichnet. Der Grad der Überfettund kann sehr unterschiedlich sein: von gering bis richtig stark.
Lackleder werden hergestellt, indem auf die Narbenseite des Leders eine Lackbeschichtung auf gespritzt wird. Durch diese Lackbeschichtung wird die Atmungsaktivität des Leders deutlich reduziert. Immer wieder glänzend in Mode sind Metallicleder oder metallisierte Leder. Die Haftfestigkeit der Zurichtung wurde in den letzten Jahren stark verbessert. Man unterscheidet in Folienzurichtung, wobei hauchdünne Folien (viel dünner als unsere bekannte Haushalts-Aluminiumfolie) aufgeschweißt werden. Derartige Folienleder sind meist robuster als alternativen Farbaufträge. Neben Zurichtungen auf der glatten Narbenseite des Leders existieren auch angeschliffene Leder, die eine, oft nur teilweise, metallisierte Folien- oder Farbzurichtung aufweisen. Die angeschliffenen und metallisieren Leder verhalten sich oft schwierig, wenn sie gereinigt werden müssen.
Stark gepresste/gebügelte Leder werden meist zu Taschen verarbeitet. Aber auch in der Schuhmode haben sich diese Leder etabliert. Eine Besonderheit dieser Glattleder ist, dass durch hohen Druck und hohe Temperaturen das Fasergeflecht derart zusammen gedrückt wird, dass eine sehr feste, glatte Oberfläche entsteht. Werden die Leder feucht, so quellen die Lederfasern auf und nehmen ihr ursprüngliches Volumen wieder ein. Sichtbar werden Bläschen, die oft auch als Wasserwarzen bezeichnet werden. Ein Sonderfall innerhalb dieser innerhalb dieser Leder sind zusätzlich gebürstete Leder. Hierbei wird oft vorab ein dunklerer Wachs aufgetragen, so dass eine schattierte, glänzende Optik entsteht. Diese speziellen Leder werden als Bürst- oder Brushleder bezeichnet.
Unter dem Begriff Modeleder werden phantasievoll gestaltete Leder zusammengefasst. Grundlage ist eines der zuvor beschriebenen Leder. Anschließen werden mehrere Arbeitsgänge durchgeführt, um die gewünschten Oberflächen-Effekte zu erzielen. Zum Beispiel:
- Nubukleder (Zebradesign) mit teilweiser transparenter Folienzurichtung, Bezeichnung: Puntoleder,
- Nubukleder mit aufgeplüschten Fasern, optisch wie Samt,
- Fohlenfelle mit zusätzlicher Prägung (z.B. Reptildesign)
- Gelochte, metallisierte Glattleder, optisch wie Spitze,
- Bemalte oder bestickte Leder
Die Palette der Möglichkeiten ist damit noch längst nicht erschöpft und viele andere Beispiele bleiben vorerst ungenannt.

Ergänzungsmaterialien
Neben Ledern werden zur Herstellung von Cowboyboots, Schuhen, Taschen und Lederwaren auch Kunstleder Synthetik, Textilien und Folien verarbeitet. Lederähnliche Kunststoffe weisen heute eine durchaus als Leder wahrnehmbare Optik auf. Auch solche Merkmale wie Geruch und Griff werden täuschend echt nachgeahmt. Sogar der spezielle Griff von gefetteten/gewachsten Ledern ist technisch machbar. Wie kann man Leder von Kunststoffen unterscheiden? Neben Schere und Mikroskop hilft, soweit vorhanden ein Blick auf das Material-Etikett. Schuhe müssen (laut LMBG) mit entsprechenden Symbolen versehen werden. Die einzigartigen Eigenschaften von Leder können Kunststoffe jedoch nicht aufweisen. Sie sind auch nicht in der Lage, den gesundheitsförderlichen Aspekten von Leder zu entsprechen.
Folien werden vor allem im Taschensektor, wie auch für sehr modische Damenschuhe und im Young Fashion Bereich eingesetzt. Die Folien sind oft schillernd oder transparent und können holographische Effekte aufweisen. So verändern sich je Lichteinfall die Farbe oder das Muster. Folien dienen eher schmückenden Aspekten und unterliegen nicht den Ansprüchen an strapazierfähige und gesundheitsfördernde Materialien.
Textilien sind in den Frühjahrs- und Sommerkollektionen besonders stark vertreten. Mit der Verarbeitung dieser Materialien kommen die Leichtigkeit und Farbigkeit des Sommers besonders gut zur Geltung. Aufgrund der Gewerbestruktur und der damit verbundenen großen tatsächlichen Oberfläche nehmen Textilien Schmutz und Feuchtigkeit besonders intensiv auf. Je mehr also Textilien, wie Satin, Seta, Nylon, Baumwolle, Leinen, Glanzsatin, Filz, Stretch oder Rips Schmutz und Feuchtigkeit ausgesetzt werden, um selbstverständlich, dass allgemeine Bekleidungsteil gereinigt bzw. gewaschen werden. Ein Großteil unserer Oberbekleidung wird zur Verbesserung der Optik und zur Formstabilität gebügelt. Einen Schuh dementsprechend zu behandeln, ist fast unmöglich. Deshalb ist hier dem vorbeugenden Schmutz eine besondere Bedeutung beizumessen. Elastische Materialien, wie Stretch oder Gummizüge stellen besondere Ansprüche an Imprägnierprodukten. Erfahrungsgemäß reagieren elastische Materialien auf spezielle Lösungsmittel und der Gummianteil wird spröde und brüchig.
Zahlreiche Schuhmodelle, Lederwaren und auch Lederbekleidung werden in KOMBINATION von mindestens zwei verschiedenen Materialien um Leder handelt, aber um unterschiedliche Oberflächen (z.B. Glattleder und Nubuk) spricht man von einer Kombination. Hinsichtlich der Imprägnierung, Pflege und Reinigung. Deshalb ist auch bei Kombinationen der vorbeugende Schutz unerlässlich. |
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